Das Wichtigste in Kürze
- Wer noch nie gewechselt hat, ist meist in der teuren Grundversorgung – kündbar mit zwei Wochen Frist.
- Neuere Verträge (seit März 2022) haben nach der Mindestlaufzeit höchstens einen Monat Kündigungsfrist.
- Seit Juni 2025 muss der technische Wechsel an Werktagen innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Ihre Kündigungsfrist bleibt davon unberührt.
- Ihr Strom fließt immer weiter – ein Wechsel ist ohne Risiko.
Kündigungsfristen beim Stromvertrag
| Ihre Situation | Kündigung |
|---|---|
| Grundversorgung (Stadtwerk, nie gewechselt) | Jederzeit mit 2 Wochen Frist |
| Sondervertrag ab März 2022, Mindestlaufzeit vorbei | Höchstens 1 Monat Frist |
| Sondervertrag in der Mindestlaufzeit | Zum Ende der Laufzeit (max. 24 Monate) |
| Preiserhöhung angekündigt | Sonderkündigungsrecht bis zum Inkrafttreten der Erhöhung |
| Umzug | Je nach Vertrag: Mitnahme oder Kündigung – rechtzeitig klären |
Ob Sie in der Grundversorgung sind, sehen Sie auf Ihrer Jahresabrechnung: Dort steht dann ein Tarifname wie „Grundversorgung“, „Basis“ oder „Classic“ Ihres örtlichen Stadtwerks.
So wechseln Sie den Stromanbieter
- Jahresverbrauch nachsehen: Er steht in kWh auf Ihrer letzten Jahresabrechnung. Notieren Sie auch Zählernummer und – falls vorhanden – die elfstellige Marktlokations-ID (MaLo-ID), die den schnellen Wechsel erleichtert.
- Tarife vergleichen: Postleitzahl und Verbrauch in den Stromrechner eingeben und die Filter für faire Tarife setzen.
- Neuen Vertrag abschließen: Der neue Anbieter kündigt Ihren alten Vertrag in der Regel für Sie.
- Zählerstand notieren: Am Tag des Wechsels den Zählerstand ablesen und mit Foto festhalten.
- Schlussrechnung prüfen: Nach dem Wechsel schickt der alte Anbieter eine Schlussrechnung. Guthaben muss er erstatten.
Woran Sie einen fairen Stromtarif erkennen
- Laufzeit höchstens 12 Monate und kurze Kündigungsfrist danach.
- Preisgarantie mindestens so lang wie die Erstlaufzeit.
- Monatliche Abschläge statt Vorauskasse oder Kaution.
- Boni richtig rechnen: Ein hoher Neukundenbonus gilt meist nur im ersten Jahr. Vergleichen Sie auch den Preis im zweiten Jahr.
- Wer viel Strom zeitlich verschieben kann (E-Auto, Wärmepumpe), kann einen dynamischen Stromtarif prüfen – den müssen Anbieter seit 2025 anbieten.
Lieber grün? Dann lesen Sie unseren Ratgeber zum Ökostrom-Wechsel.
Häufige Fragen
Kann beim Stromanbieterwechsel der Strom ausfallen?
Nein. Die Versorgung ist gesetzlich gesichert. Selbst wenn beim Wechsel etwas schiefgeht, beliefert Sie automatisch der Grundversorger weiter.
Wie schnell geht ein Stromanbieterwechsel?
Der technische Wechsel muss seit dem 6. Juni 2025 an Werktagen innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Ihre vertragliche Kündigungsfrist beim alten Anbieter müssen Sie aber weiterhin einhalten.
Wer kündigt meinen alten Stromvertrag?
In der Regel übernimmt das der neue Anbieter, wenn Sie das bei Vertragsabschluss beauftragen. Bei einer Sonderkündigung wegen Preiserhöhung kündigen Sie am besten selbst, um die Frist sicher einzuhalten.
Was ist die MaLo-ID?
Die Marktlokations-Identifikationsnummer ist eine elfstellige Nummer, die Ihren Stromanschluss eindeutig kennzeichnet. Sie steht oft auf der Jahresabrechnung und beschleunigt den Wechsel.
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